Prof. Dietmar Rößl (WU Wien – Institut für KMU Management), Alfred Harl (Obmann Fachverband UBIT der Wirtschaftskammer Österreich), Sonja Zwazl (Präsidentin Wirtschaftskammer NÖ), Walter Ruck (Präsident Wirtschaftskammer Wien), Sarah Gillessen (Management Consultant Arthur D. Little) , Jan Trionow (CEO Hutchison Drei Austria). © FV UBIT/Tsitsos

Mit der Einführung der EU-Datenschutzverordnung (DSGVO) im Mai dieses Jahres wurden die österreichischen KMUs vor die nach eigenen Angaben größte Herausforderung 2018 gestellt. Satte 54 Prozent der in der zum zweiten Mal durchgeführten Studie zum Status der digitalen Transformation österreichischer KMU befragten Unternehmen gaben an, weiterhin große Unsicherheiten in Bezug auf die DSGVO zu haben. Die Nachfrage nach Beratung wird immer lauter.

Studie belegt: Österreichische KMUs noch lange keine „Digital Natives“

Die vom Fachverband UBIT der WKÖ initiierte Studie hat ihre Erkenntnisse zur Erstellung eines Digitalisierungsindex genutzt und soll nun als Hebel dienen, um direkt dort anzusetzen, wo akuter Handlungsbedarf bei KMUs besteht: „Die Diskrepanz zwischen dem digitalen Verhalten der Nutzer bzw. Kunden und der Digitalisierung von Unternehmen gehört geschlossen“, so Alfred Harl, Obmann des Fachverbands UBIT Unternehmensberatung, Buchhaltung und Informationstechnologie.

Der aktuelle Digitalisierungsstand der KMUs wurde durch Erhebungen in fünf unterschiedlichen inhaltlichen Themenfeldern festgemacht. Daraus ergibt sich der sogenannte Digitalisierungsindex, welcher die Unternehmen den Kategorien „Digitaler Neuling“, „Digital bewusst“, „Digital orientiert“ und „Digitaler Champion“ zuordnet. Hartl: „Der Großteil der befragten KMU, über sieben Branchen hinweg, befindet sich im Bereich ‚Digitaler Neuling‘ oder ‚Digital bewusst‘. Bis auf die Branchen, Bank und Versicherung‘ sowie ‚Information und Consulting‘, die im Vergleich noch am stärksten digitalisiert sind, besteht in so gut wie allen Branchen der KMUs eklatanter Aufholbedarf.“

DSGVO hat Bewusstsein für Datensicherung bewirkt

Alfred Gunsch, zertifizierter DSGVO-Berater, kmu.digital Coach und Berufsgruppensprecher der Tiroler IT meint: „Datenschutz und Datensicherheit waren 2017 noch kein Thema. Die Digitalisierungsstudie 2018 zeigt, dass mit der Einführung der DSGVO das Bewusstsein für verantwortungsbewussten Datenumgang und deren Sicherheit an die Spitze des unternehmerischen Bewusstseins gerückt sind“. 2018 geben 83 Prozent an, von der DSGVO betroffen zu sein, 2017 waren es nur 32 Prozent. Als Chancen aus der Digitalisierung werden besonders die Gewinnung von Neukunden und Kostenersparnis durch digitale Prozesse genannt.

Neben Chancen zeigt die Studie auch, welche Herausforderungen und Hindernisse KMU in der digitalen Veränderung sehen: Als größte Hindernisse im Zuge der Digitalisierung wurden fehlende digitale Expertise und fehlende Informationen zur Digitalisierung (35 Prozent) sowie fehlende finanzielle Ressourcen (36 Prozent) angegeben. Hoch im Kurs bei Herausforderungen und Wünschen für die Zukunft sind mit 43 Prozent bessere rechtliche Rahmenbedingungen.

Masterplan: Wirtschaftskammer treiben Digitalisierung voran

Die KMU Digitalisierungsstudie verdeutlicht: Österreich benötigt eine umfassende Digitalisierungs-Offensive, und zwar schnell. IT-Nachwuchs ist rar und wird dringend gebraucht. Die umfassenden Maßnahmen der Wirtschaftskammern Österreichs stärken die Unternehmen bei ihren Digitalisierungsinitiativen. Der Fachverband UBIT hat hierfür nun den digiNATION Masterplan formuliert. Der Ausbau des Förderprogramms „KMU Digital“ sei enorm wichtig – nicht zuletzt um die internationale Wettbewerbsfähigkeit Österreichs zu garantieren. (rb)
www.wko.at

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